Bericht aus der Chiemgau-Zeitung vom 14.12.2011

30. und letzter Basar

"Alles hat seinen Anfang. Und alles hat auch sein Ende", sagte Marianne Prankl, als sie den Erlös des 30. und damit letzten Weihnachtsbasars der Montagsturnerinnen in Rimsting als Spenden verteilte. Prankl hatte auch heuer wieder die Organisation des Marktes geleitet. Drei Jahrzehnte lang engagierten sich die Turnerinnen stets für andere. Und nach so langer Zeit ziehen sie jetzt einen Schlussstrich.

Rimsting - In den 30 Jahren hatten die Turnerinnen insgesamt den stolzen Betrag von rund 450000 Euro erzielt und das Geld dann an soziale Einrichtungen verteilt. Das soziale Engagement der Montagsturnerinnen und ihrer Helfer fand in der Weihnachtsfeier im voll besetzten Pfarrsaal eine ausführliche Würdigung.

Nachfolger, die in die Fußstapfen der Turnerinnen treten, sind nicht in Sicht. Leider, so Prankl, habe sich bis jetzt niemand gefunden, der diese soziale Tätigkeit weiterführen wolle.

In ihrem Rückblick erinnerte sie daran, dass die Turnerinen am ersten Advent 1982 die Idee des Weihnachtsbasars und Flohmarkts in die Tat umgesetzt hätten. Im Vorfeld hätten sie damals das ganze Jahr über gebastelt und gearbeitet. Im damaligen Lesezimmer des Rathauses hätten sie dann erstmals die handgefertigten Kostbarkeiten zum Kauf angeboten. Ein kleiner Flohmarkt im Freien habe das Angebot abgerundet. Der Erfolg sei auf Anhieb grandios gewesen - 6000 Mark seien erwirtschaftet worden.

Das Angebot wuchs von Jahr zu Jahr - und mit ihm die Enge in den Räumlichkeiten. Zu den ersten Angeboten gesellte sich bald ein Glühwein- und Bratwurststand. 1990 zog der Basar dann in die Turnhalle. Doch schon bald sei es dann auch dort wieder ziemlich eng geworden, da das Angebot ständig erweitert worden sei, so Prankl.

Ein Kuchenverkauf sei ebenso hinzugekommen wie ein Stand mit Adventskränzen, Türkränzen und Weihnachtsdeko. Für den letzten Markt seien allein 85 Kränze, der 86. und letzte sogar noch am Verkaufstag in der Halle gebunden worden.

Die "Boutique Maria" bezeichnete Prankl als begehrtesten Anziehungspunkt auf dem Flohmarkt, dessen Sortiment mit der Zeit immer reichhaltiger geworden sei. In all den Jahren, so betonte die Organisationsleiterin, seien die fleißigen Basarhelferinnen zu einem eingespielten Team zusammengewachsen.

Auch auf dem letzten Markt habe sich wieder ein fünfstelliger Erlös ergeben, erklärte Prankl. Ihren Angaben zufolge dominierte die Abteilung Kunst und Genuss mit Bastelarbeiten, Kränzen und Kuchenspenden. Mit Kleidern aller Art, Geschirr und Büchern sei das Angebot auf dem Flohmarkt auch sehr reichhaltig gewesen.

Prankl freute sich, dass die Turnerinnen mit den Erlösen in den vergangenen 29 Jahren und auch diesmal wieder ein wenig Licht in die Welt hätten tragen und Freude bereiten könnten.

Einen Scheck über 3000 Euro - den größten Einzelbetrag, den die Frauen vergaben - erhielt auch heuer wieder die Gemeinde Rimsting für die Unterstützung hilfsbedürftiger Bürger. Bürgermeister Josef Mayer, der den Scheck entgegennahm, dankte den beiden Initiatorinnen Prankl und Irmi Huber stellvertretend für alle rund 30 Helferinnen mit Blumensträußen.

Der Bürgermeister würdigte den Einsatz und das Engagement der Turnerinnen in den vergangenen 30 Jahren. Dafür, dass sie jetzt nach so langer Zeit aufhören wollen, zeigte Mayer Verständnis. Als Dankeschön lud er alle Basarhelferinen zu einem Frühstück in das Seecafé "Toni" ein.

Insgesamt gingen an Rimstinger Einrichtungen wie die Bürgerhilfe und Familienhilfe Resa Fenzl 7750 Euro.

Als auswärtiges Projekt erhielt die Chiemseer Tafel mit 2500 Euro den höchsten Betrag. 2000 Euro bekam Salesianerpater Harald Neuberger für gestrauchelte Jugendliche. Je 1000 Euro gingen an den Hospizverein Prien, die Diakonie, die Wasserwacht Prien-Rimsting, das katholische Sozialwerk Rosenheim, das Kinderheim Lippert in Gollenshausen und an eine Aktion für die Mittagsbetreung. Je 500 Euro erhielten weitere soziale Einrichtungen sowie auch eine polnische Familie für eine wichtige Operation des Kindes.

Den letzten Weihnachtsbasar mit dem Auf- und Abbau und dem riesigen Besucherandrang ließ Christa Bauer in einem Lichtbildervortrag Revue passieren.

Die Feier eingeleitet hatte der Kinderchor der dritten und vierten Klasse der Grundschule. Sie nahmen die Besucher mit auf "Eine Reise um die Welt" und sangen weihnachtliche Lieder. Begleitet wurden sie mit orffschen Musikinstrumenten.

Eine Stubenmusik mit drei Rimstinger Musikanten spielte besinnliche Weisen. Lesungen brachte Julia Bauer zu Gehör. th

Bürgermeister Josef Mayer lobte - stellvertretend für alle Helfer - die beiden Initiatorinnen des Weihnachtsbasars, Marianne Prankl (links) und Irmi Huber, für ihren Einsatz in den vergangenen 30 Jahren. Foto Thümmler